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weltenkreuzer

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The Three-Body Problem
Liu Cixin, Ken Liu
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Boneshaker (Clockwork Century Series #1)

Boneshaker - Cherie Priest Der Erfinder Leviticus Blue hat im Seattle des Jahres 1863 eine Maschine entwickelt, mit der er dem russischen Zar ermöglichen will, riesige Goldadern unter dem Boden Alaskas abzubauen. Doch der erste Test der Maschine geht schrecklich schief und zerstört die halbe Stadt. Darüber hinaus sickert nun ein Gas aus dem Boden, dass Menschen in "Fresser" verwandelt, also nichts anderes als Zombies, die jeden, den sie berühren ebenfalls in einen "Fresser" verwandeln. Als Reaktion darauf wird einee große Mauer um den zerstörten Stadtkern errichtet.16 Jahre später: Die Ehefrau Leviticus Blues hat sich außerhalb der Mauer niedergelassen und lebt mit ihrem Sohn Zeke mehr schlecht als recht von ihrem Gehalt als Arbeiterin in einer Wasseraufbereitungsanlage. Da entschließt sich Zeke, seinem Vater nachzuspüren und schleicht sich durch einen Abwasserkanal in die Stadt voller "Fraß" und "Fresser", in der sich die wenigen Überlebenden wortwörtlich in den Untergrund zurückgezogen haben. Wie es diese Einführung schon vermute lässt, folgen nun 300 Seiten rassiger Action, in der sich Zeke, seine Mutter und die Einwohner Seattles durch die verwüstete Stadt schleichen, sich durch Horden von Zombies kämpfen und dabei auch dem obligatorischen "wahnsinnigen Genie" in Gestalt von Dr. Minnericht begegnen. Priest beschreibt dabei die zerstörte Oberfläche benso plastisch, wie die verwinkelten und engen Gänge unterhalb der Stadt und den prunkvollen Palast Minnerichts. Sie lässt uns dabei zeppelin-ähnlichen Luftschiffen ebenso begegnen, wie mysteriösen Schallwaffen und mechanischen Körperteilen, also all dem, was man in einem zünftigen Steampunk-Roman erwarten würde. Dabei sprüht sie nur so vor Ideen, vergisst aber im Hauptteil des Buchs in meinen Augen zu oft, einen tatsächlichen Spannungsbogen zu entwickeln, der über die akute Gefahrensituation hinausgeht. Auch wenn sie mit der Familiengeschichte der Blues ein übergeordnetes Thema hat, das sie immer wieder aufgreift, trägt diese nur punktuell zur Spannung bei. Die pure Action ist zwar mitreißend geschrieben, sorgt im Mittelteil des Buchs für einige Längen. Im letzten Teil, in dem sie die vorab angelegten Geheimnisse nach und nach aufgreift, läuft Cherie Priest jedoch wieder zu Höchstform auf: das Familiengeheimnis und die Beziehung zwischen Leviticus Blue und seiner Frau, Dr. Minnerichts Rolle innerhalb der Stadt und auch die Idee des Boneshakers und seiner Folgen an sich bieten viel Potential für spannende Gedanken und Diskussionen. Vordergründig reiner Action-Steampunk, der jedoch auf den zweiten Blick viele Denkanstöße bietet. Wäre nur schön gewesen, wenn die Autorin selbst diese stärker aufgegriffen hätte.